Als Finnen den Tango und Argentinier die Sauna erfanden

„Mittsommernachtstango“

Was haben Finnland und Argentinien miteinander zu tun? Spontan eigentlich eher nichts, oder? Das dachten die drei Tango-Musiker aus Buenos Aires, die Viviane Blumenschein zu den Protagonisten ihres Dokumentarfilms „Mittsommernachtstango“ macht, eigentlich auch. Wenn dann die Finnen, bzw. einer im Besonderen, der bekannte Regisseur Aki Kaurismäki, die Behauptung aufstellen, sie hätten den Tango erfunden – den Nationaltanz Argentiniens oder zumindest Buenos Aires‘ – dann kann der Stolz eines Argentiniers schon mal gekränkt genug sein, um sich ins nächste Flugzeug zu setzen und sich diesen finnischen Tango mal anzugucken. „Als Finnen den Tango und Argentinier die Sauna erfanden“ weiterlesen

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Der verrückte Fahrradfahrer und seine große Liebe

Janapar

Entdeckt während einer nächtlichen Internet-Recherche bezüglich Fahrradreparaturen und Fernwehgedanken (nicht von mir, ich kann mich dessen nicht rühmen), wurde aus „Janapar“ praktisch sofort eine Art Über-Inspirationsquelle, vor dessen Bildern und Szenen man staunend sitzt und hin und her gerissen ist zwischen einem abenteuerlustigen Neid und der Frage, ob der Kerl eigentlich völlig verrückt ist: „Der verrückte Fahrradfahrer und seine große Liebe“ weiterlesen

Klimaanlagen, eine Leiche und ein paar Bomben

45 Minuten bis Ramallah

Ramallah liegt in Palästina. In einem Gebiet, das, ohne die mit relativ willkürlich agierenden Soldaten besetzten Checkpoints zu überwinden, nicht betretbar ist. Wer aber einen „blauen Pass“ hat, also israelischer Staatsbürger ist, muss sich  normalerweise keine Sorge machen, auch wenn er palästinensischer Abstammung ist.

Es sei denn, man karrt im Familienvan eine Leiche mit sich durch die Gegend. „Klimaanlagen, eine Leiche und ein paar Bomben“ weiterlesen

Und Musik vermag es eben wirklich zu vereinen und zu überbrücken:

Can’t be silent

Ich weiß – mit Flüchtlingen und der deutschen/europäischen Flüchtlingspolitik beschäftigen sich gerade alle und jeder. Vielleicht war deswegen der Kinosaal heute abend so gut gefüllt, vielleicht ist mir auch deswegen das Plakat für den Film „Can’t be silent“ der Regisseurin Julia Oelkers aufgefallen. Wären vor knapp zwei Monaten nicht so unglaublich viele Flüchtlinge einfach vor Lampedusa ertrunken, hätte dieser Film vielleicht nur halb so viele Menschen interessiert.

So oder so lohnt es sich, auch hier noch mal auf den Film und auf das Projekt, das eigentich dahinter steckt, aufmerksam zu machen:

Julia Oelkers begleitete die Band Strom & Wasser auf einer Tour durch verschiedene deutsche Städte. Das Besondere dabei: Auf ebenjener Tour spielten die deutschen Musiker mit, bzw. „Feat. The Refugees“. „Und Musik vermag es eben wirklich zu vereinen und zu überbrücken:“ weiterlesen

Landleben auf Französisch

Barfuß auf Nacktschnecken

Französische Filme haben ja oft einen etwas schrägen Einschlag. Viel schräger als „Barfuß auf Nacktschnecken“ (2010), im Original „Pieds nus sur les limaces“ geht aber wohl kaum, dabei ist der Plot an sich eher traurig und vielleicht auch nicht unbedingt außergewöhnlich: „Landleben auf Französisch“ weiterlesen

Der Pornostar und die miesepetrige alte Dame

Starlet

„So, say you found a whole lot of money and you’re pretty sure you know whose it is and you’re pretty sure he or she has no idea they ever had it. What would you do?“

Diese Frage muss die Protagonistin Jane (Dree Hemingway) des Films „Starlet“ sich stellen, als sie auf einem privaten Flohmarkt eine alte Thermoskanne von einer alten Frau (Besedka Johnson) kauft und darin 10.000 US$ findet. Zur Info: Jane ist jung, wild, und ein bisschen neben der Spur, sowie chronisch pleite, weil sie den Durchbruch als Pornodarstellerin noch nicht geschafft hat. Sie wohnt bei ihrer Kollegin und deren Freund (man könnte ab und zu auch von Zuhälter sprechen) – zwar in einem riesigen Haus, aber ohne Aussicht auf Veränderung und eigentlich nur in den Tag hineinlebend.

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Wenn ein Werbespot eine Diktatur stürzt

„No“

Im Jahr 1988 befindet Chile sich in einer militanten, gewaltsamen Diktatur, in der Menschen verschwinden, gefoltert und grundlos umgebracht werden. Politische Opposition ist nicht erwünscht – Augusto Pinochet, Militärgeneral und Diktator, ist seit 1973 an der Macht. Damals hat er den Sozialisten Salvador Allende, mithilfe der Unterstützung der USA gestürzt. In einer 1980 verabschiedeten Verfassung legte Pinochet fest, dass er nach acht Jahren in seinem Amt durch ein Plebiszit für acht weitere Jahre bestätigt werden muss – 1988 also.

Hier setzt der Film „No“, eine chilenische Produktion, die für den Oscar 2013 für den besten fremdsprachigen Film nominiert war, ein: „Wenn ein Werbespot eine Diktatur stürzt“ weiterlesen

Politik zum Lachen

Der Zufall wollte es, dass ich gestern Abend vor dem Fernseher saß – und beim Zappen bemerkte, dass der schon groß angekündigte Fernsehfilm „Der Minister“ auf Sat.1 lief.

Der bisher vornehmlich aus einigen deutschen Serien bekannte Kai Schumann verkörpert in dieser Polit-Satire Franz Ferdinand Freiherr von und zu Donnersberg.
„Politik zum Lachen“ weiterlesen

Adventskalender, Türchen 22: Von kleinen, blonden Jungs und griesgrämigen Großvätern

Der kleine Lord

Ein weiterer Film, der an Weihnachten schlicht und einfach dazugehört ist die Verfilmung des Klassikers „Der kleine Lord“ von Francis Hodgson Burnett. Die filmische Adaption stammt aus dem Jahr 1980, läuft aber noch immer jedes Jahr zu Weihnachten im Fernsehen. „Adventskalender, Türchen 22: Von kleinen, blonden Jungs und griesgrämigen Großvätern“ weiterlesen

Adventskalender, Türchen 18: Kinoabend gefällig?

Weihnachtszeit ist die Zeit der Liebe (und der Freundschaft) – da kann man sich ja auch mal wieder zu einem gemütlichen Kinoabend verabreden. Empfehlenswert ist momentan die Verfilmung von „Anna Karenina“ (Leo Tolstoi) mit Keira Knightley in der Hauptrolle: „Adventskalender, Türchen 18: Kinoabend gefällig?“ weiterlesen