#ferrantefever: Ein bisschen hat’s auch mich erwischt

Meine geniale Freundin von Elena Ferrante

Kaum ein Titel der Unterhaltungsliteratur wurde schon vor und seit seinem Erscheinen dieses Jahr so gehypt wie Elena Ferrantes Meine geniale Freundin, der erste Band einer Tetralogie, die im Neapel der 50er Jahre bis heute spielt.

Nun ist Ferrantes Serie sowohl in Italien, als auch in der englischsprachigen Welt bereits ein Bestseller, wir Deutschen hängen dem ganzen Zirkus ein bisschen hinterher – was auch der Grund ist, dass ich das Buch zwar auf Italienisch gelesen habe, allerdings eben auch erst jetzt (Italienisch im Nebenfach zu studieren heißt nämlich noch lange nicht, dass man irgendeine Ahnung von der dortigen Gegenwartsliteratur hätte).

Angesichts dieses bisherigen Erfolgs jedoch wurde der Titel auch hierzulande mit Hochspannung erwartet und hat sogar seinen eigenen Hashtag: #ferrantefever. Die nächsten Bände sollen nun in kurzer Abfolge ebenfalls erscheinen (der nächste bereits Anfang 2017).

Auch wenn ich mir diese Wartezeit ja sparen und einfach auf Italienisch weiterlesen könnte – ich bin mir noch nicht sicher, ob es dazukommen wird. Sicherlich habe ich nicht mit dem Lesen des letzten Satzes die Fortsetzung bestellt. Das liegt wohl auch an dem noch vorhandenen und stetig größer werdenden Stapel ungelesener Bücher in meinem Regal. Aber auch wenn ich Meine geniale Freundin bzw. L’amica geniale wirklich gern gelesen habe, hat es mich nicht mit dem Verlangen zurückgelassen, sofort weiterlesen zu müssen.

Doch zu der Geschichte selbst:  „#ferrantefever: Ein bisschen hat’s auch mich erwischt“ weiterlesen

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„Der Fall Collini“ – Ferdinand von Schirach

Dieses ist ein Buch, das ihr an einem Tag durchlesen werdet. Einmal, weil es nur ca. 200 Seiten hat – mit ein bisschen Zeit nach Feierabend oder nach der Uni sind die ja problemlos durchzukriegen. Außerdem, weil ihr es nicht wieder aus der Hand legen werdet – selbst, wenn ihr es auf einer kurzen Fahrt mit der Straßenbahn aufschlagt, ich wäre mir nicht so sicher, ob ihr nicht eure Haltestelle verpasst, weil ihr so vertieft seid. „„Der Fall Collini“ – Ferdinand von Schirach“ weiterlesen

Die Osmiza: Brotzeit auf Triestinisch

Der Triestiner Frühling und Sommer spielt sich, neben Barcola, also am Meer, noch an einem weiteren, essentiellen Ort ab: in der Osmiza, bzw. in einer der vielen, die sich in den wärmeren Monaten an den verschiedensten Punkten im näheren Umkreis der Stadt quasi aus dem Nichts auftun.

© Maren Loerzer
© Maren Loerzer

Osmiza, das ist zuallererst einmal ein bodenständiger Ort, um etwas zu essen, das wir vermutlich als Brotzeit bezeichnen würden: Es werden Schinken, Salami und Käse serviert, dazu ein bisschen Brot. Häufig kann man auch hart gekochte Eier, getrocknete Tomaten oder Oliven bestellen. Und ganz wichtig: Wein, sowohl rot als auch weiß.

Das Besondere an diesen Stätten ist aber ihre Geschichte sowie die daraus folgende Tradition und das Ambiente, die immer noch in den meisten Osmize präsent sind: „Die Osmiza: Brotzeit auf Triestinisch“ weiterlesen

Slowenien: (noch) Tourenradeln für Pioniergeister

Warum’s sich trotz erschwerter Bedingungen lohnt

K1024_P1080498 Slowenien, dieses kleine Land irgendwo zwischen Ost- und Westeuropa, kam auf der Landkarte in meinem Kopf als Urlaubsdestination mindestens bis zum letzten Jahr nur begrenzt bis gar nicht vor – das Erasmus-Semester in Triest hat das schlagartig geändert. Denn die unmittelbare Nachbarschaft spiegelt sich nicht nur in der Triestiner Kultur- und Essensszene wider, sie kam mir auch bei unzähligen Trainingsrunden auf dem Drahtesel zugute, immer mit dem Ziel vor Augen, mich in den Alpen nicht von meinem alten Herrn abhängen zu lassen.

Fahrrad fahren bietet sich auf kleinen slowenischen Straßen, oder denen direkt an der Grenze auf dem Karst, viel eher an als im zugebauten, autofreudigen Italien – mal abgesehen von den Bergen, die es insbesondere hinsichtlich ihrer brutalen Steigungen in sich haben. Aber genau diese Herausforderungen sind es, von denen ein fahrradfahrender Wiederholungstäter wie ich oder gerade erst Konvertierte leben – wenn man nur so vor sich hin radeln würde, machte eine Tour genauso wenig Spaß wie Eindruck – den ich natürlich mit dem vorliegenden Post über die letzte bestandene Herausforderung überhaupt gar nicht schinden will, sondern vielmehr anderen Fahrradverrückten Sl0wenien allgemein und insbesondere die Julischen Alpen sowie das Soča-Tal als noch etwas raues, aber dafür wenig befahrenes und abenteuerliches Terrain ans Herzen legen möchte:

bikemap Trieste - BledUnsere Tour schlängelte sich von Triest aus durch slowenische Bergzüge, das Soča-Tal, über den Predil-Pass, Tarvisio (IT), Kranjska Gora (SLO) und Bled, von wo aus der Zug uns zurück nach Triest gebracht hat. „Slowenien: (noch) Tourenradeln für Pioniergeister“ weiterlesen

Die schönen Seiten Mailands

Mailand hat für Italien und die Italiener eine spezielle Bedeutung: Es ist eine der Industriestädte des Landes – natürlich im Norden gelegen, dem „zivilisierten“ Teil Italiens, demgegenüber der Süden in den Vorurteilen der Norditaliener oft als zurückgebliebenes Brachland, in dem ein Mafia-Boss den nächsten kleinzukriegen versucht, erscheint. Auch Turin ist Industriestadt, der Norden allgemein ist der reichere, der wirtschaftlich stärkere Teil des Landes. Aber Mailand steht ganz besonders für diese Sichtweise, weil es Messestadt ist, weil es die Stadt der Mode, der Reichen und Schönen ist, in der alles und jeder auf die Ästhetik im Leben fokussiert ist. Auch im Film „Benvenuti al Sud“, einer recht plumpen italienischen Version von „Willkommen bei den Schtiis“, wäre die höchste Errungenschaft für den Protagonisten und seine Frau, dass er nach Mailand versetzt würde.

Il Duomo

Piazza MaggioreMein erster Eindruck von Mailand war, nach der großen Bahnhofshalle, erbaut von Mussolini, der Anblick des bei Nacht beleuchteten Dom, als ich aus der U-Bahn ausstieg. Natürlich ist der Duomo Wahrzeichen und ein zentraler Punkt Mailands, dessen Touri-Rummel auch die Mailänder nicht entkommen. Abends gegen 23 Uhr ist es aber auch hier erstaunlich ruhig und fast schon friedlich. Tagsüber schwirrt es nicht nur so von Touristen, sondern auch von Tauben, die auch das große Reiterstandbild auf dem Platz umkreisen und in den Massen scheinbar leichte Orientierungsschwierigkeiten haben.

Camparino

CamparinoNach Betrachten des Duomos und eines kurzen Streifzuges durch die Galleria Vittorio Emanuele II, wo sich die ersten Designer-Geschäfte befinden und man, je nach Uhrzeit, einen Zwischenstopp für einen zwar überteuerten, aber kultigen Aperitivo in der Bar Camparino machen kann, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts existiert.

 

 

Galleria Vittorio Emanuele II
Galleria Vittorio Emanuele II

La Rinascente

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Ein Abstecher von 470 Höhenmetern

Mit dem Fahrrad durch die Alpen, 4. Tag

Nach der gestrigen („römischen“) Erfahrung lautete die heutige Devise „Bloß keine Umwege!“ – da haben wir uns auch eigentlich strikt dran gehalten und sind fast nur im Etsch-Tal (bzw. entlang der Adige, um den italienischen Namen zu nennen) dem fantastisch ausgebauten Fahrradweg gefolgt.
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Von Treviso bis zu dem Dorf mit dem unaussprechlichen Namen

Per Fahrrad durch die Alpen, 1. Tag

Zur kurzen Einleitung für diejenigen, die es nicht ohnehin schon wissen: momentan befinde ich mich auf dem Weg Richtung Heimat, um beim Abiball meiner Schwester Annika dabei zu sein (nach welchem ich ruckzuck wieder an mein liebgewonnenes Meer zurückkehren werde, um den Sommer noch ein wenig zu genießen). Statt aber schlicht und einfach in einen Zug/ein Flugzeug/ein Auto (oder womöglich wieder auf die Vespa) zu steigen, verlängere ich das Ganze etwas: gemeinsam mit meinem Vater (der das im Übrigen schon von zu Hause bis nach Triest so gemacht hat) fahre ich Fahrrad – einmal quer durch die Alpen, zumindest so mehr oder weniger.

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Vier Tage in den Cinque Terre

Auf hohen Pfaden mit Blick aufs Meer – was will man mehr?

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© Lena Josel

Als ich das letzte Mal tatsächlich WANDERN war, war ich, wenn ich mich recht erinnere, ungefähr 14 Jahre alt und hatte eine eher desillusionierende Erfahrung im Hochsommer in den Tiroler Alpen. Von da an beschränkte sich Outdoor-Sport auf Fahrrad und Ski fahren, die, wie die meisten wissen oder bemerkt haben könnten, für mich quasi wie die Luft zum Atmen sind.

Doch schon im letzten Sommer, als ich auf unserer Interrail-Reise in Genova war und von dem Nationalpark Cinque Terre an der ligurischen Küste hörte, mit seinen malerischen Pfaden an den Klippen des Meeres, war meine Neugier geweckt. Dementsprechend war ich recht schnell Feuer und Flamme für die Idee, über ein langes Wochenende im April im Cinque Terre wandern zu gehen:

© Ružica Lončar
© Ružica Lončar

Zu acht haben wir den Zug von Trieste nach Monterosso al Mare genommen, dem fast nördlichsten der cinque terre, der fünf Dörfer am Ufer des Meeres und damit Rand des Nationalparks. Die Organisation von Zelten, Gaskochern, Taschenlampen, Schlafsäcke und ähnlichem essentiellem Equipment hat für den deutschen Geschmack vielleicht etwas kurzfristig, aber gut funktioniert, so dass wir Donnerstagnachmittag alle mit unsere vollbepackten Rucksäcken am Strand von Monterosso landeten. „Vier Tage in den Cinque Terre“ weiterlesen

Einmal Venedig, bitte!

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Für mich ist Venedig eine dieser Städte, bei denen ich mir immer wieder klar machen muss, dass es nicht nur für die Unmengen Touristen noch immer an Ort und Stelle steht, sondern dass dort auch tatsächlich Menschen leben. Und zwar nicht nur Gestalten aus verschiedensten literarischen Texten, die mit dem Venedig-Stoff spielen, sondern auch x-beliebige Italiener und selbst Studenten – denn Venedig hat, was mich aus mysteriösen Gründen immer wieder in Verblüffung versetzt, sogar eine Universität und, soweit ich weiß, nicht mal eine allzu kleine.

Von Trieste aus ist Venedig eine der ersten Anlaufstellen und steht wohl für alle Erasmus-Studenten und auch ihre jeweiligen eventuellen Besucher auf dem Pflichtprogramm – so dass ich jetzt seit meiner Ankunft hier schon zweimal dort war und sicherlich weiteren Besuchen kaum entgehen kann. „Einmal Venedig, bitte!“ weiterlesen

Kirchen und Kunst in Padova

Auf die Aussage hin, ich würde am Wochenende für einen Tag nach Padova (Padua) fahren, erntete ich bei italienischen Bekannten meist einen eher skeptischen Blick und die Frage: Warum denn gerade Padova?

Tja – die Gründe dafür waren eher pragmatisch: Die Wettervorhersage war mäßig bis grottig und ich hatte noch andere Pläne für das entsprechende Wochenende, so dass es mir recht war, an einen Ort zu fahren, der nicht so weit weg ist und sich auch größentechnisch für einen Tagesausflug eignet.

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Also Padova: Von Trieste aus braucht man mit dem Zug knapp 2 1/2 Stunden für einen Weg in die ca. 200.000 Einwohner starke Universitätsstadt, deren Hauptattraktion wohl die Capella degli Scrovegni, deren Freskengemälde von der Hand Giottos aus dem 14. Jahrhundert stammen, ist. „Kirchen und Kunst in Padova“ weiterlesen